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Evangelische Kirche Oberkalbach

Herzlich willkommen in der evangelischen Kirche zu Oberkalbach!

Innenraum der KircheWir möchten Ihnen einige Details zu dieser Kirche näher bringen und laden Sie zu einem Gang durch die Kirche ein. Sie betraten sie  soeben durch ein im letzten Jahr überdachtes Portal. Der eigentliche Kirchraum wird erst über einen Vorraum betreten. Durch die großen Fenster fällt viel Licht in den farblich hell gestalteten Kirchenraum und verleiht ihr einen festlichen Charakter.

 

Geschichte

1176 wird eine Kirche in Oberkalbach erwähnt. Zugunsten der neuen Kirche wird sie nach 1851 abgebrochen. In der Festschrift zum 800jährigen Jubiläum Oberkalbachs wird von einer über 2jährigen Bauzeit dieser Kirche gesprochen, in einem kleinen Bildband schreibt Pfr. Heinrich Sikora vom Baubeginn im Jahr 1846. Lt. dem Handbuch der Kunstdenkmäler Hessens (Dehio) wurde die Kirche von 1847-1852 erbaut. In dieser äußerst schwierigen Zeit eine so große Kirche zu bauen, war eine großartige Leistung. Aus mündlicher Tradition wird berichtet, dass Bauern aus Mittelkalbach ihre Hilfe miteingebracht haben, diese Hilfe wurde rd. 50 Jahre später beim Bau der kath. Kirche St. Sebastian durch Oberkalbacher Bürger erwidert. Im Jahr 1850 am vierten Advent wird der erste Gottesdienst in dem neuen Kirchengebäude gehalten. Offensichtlich war der Bau noch nicht fertig gestellt, denn am 10. April 1853 wird der Kirchbau von Superintendent Eberhard aus Hanau eingeweiht. 1894 brennt es in der Nachbarschaft, das Kirchendach wird schwer beschädigt. 1902 wird die Kirche umfangreich renoviert. Bei der letzten Kirchenrenovierung 1974 wurden die Bänke zu einem Sitzblock im Inneren geordnet und die Anordnung der Bänke auf den beiden großen Emporen großzügiger gestaltet. 1983 wird das Kirchendach bei einem Sturm stark beschädigt und muss neu eingedeckt werden. Viele kleine Restaurationen haben die Fenster und Türen aufgearbeitet, es wurde auch eine neue Heizung eingebaut. Vor uns liegt nun noch eine große Durststrecke mit einer umfangreichen Dach- und Innensanierung.

Orgel

Sie wurde von Bernhard und Jakob Zieße aus Ellingerode bei Witzenhausen im  Jahr vermutlich 1854/55 eingebaut. 1902 wurde sie durch Wilhelm Ratzmann umgebaut und durch das Register Gambe 8’ und Nasard 2 2/3’ erweitert, 1950 erhielt die Orgel einen elektrischen Winderzeuger. Die Keilbälge wurden 1953 von der Orgelbaufirma Hoffmann aus Ostheim durch einen Magazinbalg ersetzt. 1969 wurde die Spieltraktur ersetzt (ebenfalls Fa. Hoffman). Im Jahr 2003/2003 wurde die Orgel durch die Fa. Mebold, Siegen ausgebaut und gründlich restauriert. Aufgrund von Gebäudeschäden im Dach und im Innern der Kirche kann die Orgel aber erst nach einer noch ausstehenden Renovierung wieder eingebaut werden. Sie ruht gut geschützt in einem belüfteten Holzkasten im Innenraum der Kirche. Die Gemeinde hat in einer einzigartigen Aktion in 1 ½ Jahren fast 30.000 € gesammelt zusammen mit der Förderung durch die Sparkassen Kulturstiftung und das Landesamt für Denkmalpflege hat die Kirchengemeinde damit den Eigenanteil von 50% erbracht an rd.  85.000 € teuren Gesamtrestaurierung der Orgel. Nun träumen wir schon jetzt von den  neuen Klängen!

Ausstattung der Kirche

Der Taufstein im Altarbereich ist ein Erbe aus vorreformatorischer Zeit – wenn das Datum 1516 das Jahr des Entstehens bezeichnet. Er erinnert in der Form an einen Pokal mit acht Flächen. Unter der Jahreszahl ist das Hanauer Wappen zu finden und kennzeichnet die ursprüngliche Zugehörigkeit der Gemeinde zur Grafschaft Hanau. Im schlichten Saalbau der klassizistischen Kirche wirkt er in seiner gedrungenen Form wie ein Fremdkörper. Man erzählt sich, dass er längere Zeit nicht in der Kirche beheimatet war und erst spät wieder zu Ehren gekommen ist.

AltarDer Altar

Wie in reformierter Tradition üblich ist der Altar ein „Tisch“. Der schwere hohe Tisch, auf dem ein großes einfaches Kreuz mit stilisiertem Christusmonogramm steht, bildet den Mittelpunkt des weiträumigen Altarraums.

 

 

 

 

KanzelDie Kanzel mit dem Agnus Dei

Der Kanzelkorb ist oktogonal geformt und hat einen schmucklosen Schalldeckel auf dem ein Kreuz steht. Der Korb ist mit einigen Verzierungen ausgestattet (Akanthusblattschmuck und hängendem Pinienzapfen). Er thront über dem Altar und ist der Blickfang beim Eintreten in die Kirche. Im Kassettenfeld ist eine einfache Darstellung des Agnus Dei (Lamm Gottes) mit einer Siegesfahne zu sehen. Die Überordnung der Kanzel über dem Altartisch drückt die hohe Wertschätzung des Wortes Gottes und seiner Auslegung an.

 

GedenktafelnKriegertafel der Freiheitskriege

Die Oberkalbacher Gedenktafeln um das schlichte Pult an der linken Seite sind schmucklos gehalten und nennen alle Gefallenen der beiden Weltkriege des 20. Jh. Bis in die 60er/ 70er Jahre hinein wurden im Gottesdienst die Namen der  Gefallenen vorgelesen entsprechend der Jahrestage ihres Todesdatums.Eine Besonderheit ist die Kriegertafel auf der rechten Seite. Es wird an die Teilnehmer der Freiheitskriege (1813-1815) aus dem Jahr 1814 erinnert. Die „Vatter Lands Vertheitiger“ werden z.T. mit Dienstgrad z.T. mit Vor- und Nachname erwähnt. Diese Tafel ist ein bedeutsames historisches Zeugnis aus der Zeit vor der Erbauung dieser Kirche.

 

Gedenktafel an den 5. April 1945Eine weitere Gedenktafel, die an ein für Oberkalbach bedeutsames Ereignis erinnert, findet sich außen auf der rechten Türseite. Bei einer Vergeltungsaktion durch die US amerikanische Armee wurde Oberkalbach am 5. April 1945 fast ein Opfer der Flammen, nachdem die Befehlshaber das Feuer auf den Ort eröffnet hatten, weil beim Einmarsch versprengte Soldaten unter Führung von SS-Soldaten das Feuer auf die amerikanischen Soldaten eröffnet hatten und zwei Menschen dabei getötet worden waren. Dem beherzten Eingreifen des Pfarrers und späteren Dekans von Schlüchtern Richard Jung ist es zu verdanken, dass Oberkalbach zwar erheblichen Schaden erlitt, aber dennoch nicht völlig zerstört wurde. Die Gedenktafel erinnert an die Opfer.

 

GlockenDie große Glocke

Die Glocken haben eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich. Anfang des 17. Jh. wurde eine Glocke von der Fa. Gustav Arnold in Fulda gegossen. Aus dem 30jährigen Krieg ist berichtet, dass eine Glocke von den später hinzugefügten beim Brandschatzen weggeführt und bei Rückers wiedergefunden wird. Im ersten Weltkrieg (1917) werden 2 Glocken für Kriegszwecke eingeschmolzen. 1922 werden die Glocken „Soli Deo Gloria“ und „All mein Anfang und mein Ende steht in Gottes Hände“ eingeweiht (Gebr. Ullrich, Apolda). 1941 fallen die große und die kleine Glocke erneut dem Krieg zum Opfer, sie werden eingeschmolzen für die Kriegsmaschinerie, die älteste mittlere Glocke bleibt zunächst erhalten, wird aber 1945 durchschossen. Sie wird umgegossen, am 14.08.1946 eingeweiht und bekommt von der Glockengießerei F. Otto aus Bremen 1950 ihre noch heute zum Gottesdienst einladendenden Partner, die Sie beim Gang in den Kirchturm sehen können. Seit 1962 werden die Glocken mittels einer automatischen Anlage geläutet, der Brauch des Läutens per Hand, zu dem auch die Konfirmanden Dienste leisten mussten, fand damit ein Ende. Hier sehen Sie die in 1946 umgegossene Glocke mit dem lateinischen Wort umkränzt: „verbum die manet in aeternum“ Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit. Wagen Sie den Aufstieg in den Kirchenturm!

Wenn Sie uns bei der Renovierung der Kirche durch eine Spende unterstützen wollen, können Sie diese persönlich abgeben oder auf dieses Konto bei der:

Genossenschaftsbank Fulda (BLZ 53060180) überweisen: 

Konto: 7506597 

mit dem Vermerk „Kirchenrenovierung“. 

 

Auf Wunsch stellen wir gerne eine Spendenquittung aus.

Der Kirchenvorstand

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